Kirche und Kino

Filmreihe: KIRCHENGESCHICHTE
Einführung Pfarrer Norbert Stapfer

BONHOEFFER - DIE LETZTE STUFE
Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wird der Pastor Dietrich Bonhoeffer von der Gestapo verhaftet. Der Vorwurf: Verschwörung und Hochverrat. Tatsächlich war Bonhoeffer zeitlebens ein erbitterter Gegner des Nazi-Regimes – was sich auch im Tenor seiner Predigten niederschlug. Er wäre sogar selbst zu einem Attentat auf Hitler bereit gewesen. Während der monatelangen Verhöre durch die Gestapo hofft Bonhoeffer auf einen Sturz des Systems. Die Möglichkeit zur Flucht, vorbereitet von seiner Geliebten Maria von Wedemeyer, schlägt er aus. Nach dem Scheitern des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 wird Bonhoeffer ins KZ Flossenbürg deportiert, wo man ihn kurz vor Kriegsende ermordet.

Fr. 02.12.2022 um 19.15 Uhr

im Kino im großen Kurhaus

ALBERT SCHWEITZER -EIN LEBEN IN AFRIKA
Um Spenden für seine Leprastation in Gabun zu sammeln, reist der berühmte Mediziner Albert Schweitzer 1949 in die USA. Er darf sich über großen Zuspruch freuen. Doch dann wird seine Freundschaft mit Albert Einstein bekannt, der durch seine kritischen Äußerungen in Sachen Atomkraft in den Schlagzeilen ist. Schweitzers Lebenswerk droht zu zerbrechen, als er dadurch ins Visier des Kommunistenjägers McCarthy gerät.

Fr. 28.10.2022 um 19.15 Uhr

im Kino im großen Kurhaus

ZWINGLI - DER REFORMATOR
Sein Lebenswerk machte ihn weltbekannt: Der Schweizer Ulrich Zwingli war vor 500 Jahren neben Martin Luther einer der wichtigsten Reformatoren der Kirche. Mit messerscharfem Verstand sezierte er das religiöse und gesellschaftliche System und forderte die Mächtigsten seiner Zeit heraus: „Hört auf, nur von Gott zu schwatzen“, schleuderte er ihnen von der Kanzel entgegen, „tut um Gottes willen etwas Tapferes“. Seine Ideen einer sozialen Gesellschaft, die sich um die Armen und Kranken kümmert und die Rechte von Frauen und Kindern schützt, sind bis heute aktuell.

Demnächst

im Kino im großen Kurhaus

MARIA STUART - KÖNIGIN VON SCHOTTLAND

Im Jahr 1559 wird Maria Stuart (Saoirse Ronan) mit 16 Jahren zur Königin von Frankreich und als nur zwei Jahre später ihr Ehemann Franz II. stirbt und sie zur Witwe wird, weigert sie sich, erneut zu heiraten. Stattdessen beschließt sie, in ihre Heimat Schottland zurückzukehren und den Thron zu besteigen, der rechtmäßig ihr gehört. Doch die schottische Krone trägt mittlerweile Elisabeth I. (Margot Robbie), die zugleich auch Königin von England ist und den Thron keineswegs an ihre Rivalin abtreten möchte. Es kommt zu einem Machtkampf zwischen den beiden Monarchinnen, der eskaliert, als Maria beschließt, ihren Anspruch auf den englischen Thron geltend zu machen. Doch beide Königinnen werden auch in die zahlreichen politischen Intrigen und bewaffneten Konflikte ihrer Zeit verwickelt…

Demnächst

im Kino im großen Kurhaus

Filmreihe: TAG FÜR TAG STEHE ICH AUF
Einführung Pfarrer Norbert Stapfer 

NOMADLAND

 

Von einer anderen Art des amerikanischen Traums erzählt Chloé Zhao in ihrem dritten Film „Nomadland“, der in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde und mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Menschen, die freiwillig als Nomaden leben, durch die Weiten der USA ziehen und nach Unabhängigkeit und Freiheit suchen, stehen im Mittelpunkt eines herausragenden, poetischen, unprätentiösen Films – und eine wieder mal überragende Frances McDormand 

Mi. 13.07.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

 

MINARI - WO WIR WURZELN SCHLAGEN

Jacob beginnt mit seiner Familie ein neues Leben auf einer kleinen Farm in Arkansas. Seine Frau Monica und die beiden Kinder David und Anne fühlen sich jedoch fremd in ihrer neuen Heimat. Als ihre schlagfertige Großmutter Soon-ja aus Korea zu ihnen zieht, gelingt es dieser zusammen mit ihrem lebhaften Enkelsohn David auf unkonventionelle Art und Weise, der gesamten Familie den Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft zu ebnen.

MINARI wurde mit zahlreichen Film- und Festivalpreisen ausgezeichnet, darunter ein Oscar® und ein Golden Globe®. Insgesamt war der Film für sechs Oscars® nominiert - unter anderem in den Hauptkategorien „Bester Film“ und „Beste Regie“.

Mi. 27.07.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

Filmreihe: EMPFEHLUNG DER EVANGELISCHEN FILMARBEIT

Einführung Pfarrer Norbert Stapfer 

OTAC - VATER

Eine kleine Stadt in Serbien: Nikola (Goran Bogdan) ist Tagelöhner und Vater von zwei Kindern. Weil er zu arm ist, um seinen Kindern ein angemessenes Lebensumfeld zu bieten, wird er vom Jugendamt angewiesen, seine Kinder abzugeben – was seine Frau zu einer verzweifelten Tat treibt. Bis er angemessene Bedingungen für die Kinder schaffen kann, werden sie in Pflegefamilien untergebracht. Trotz aller Bemühungen von Nikola und mehrerer Appelle weigert sich der Leiter des Zentrums für soziale Dienste, die Kinder zurückzugeben, und die Situation scheint hoffnungslos. Als der Familienvater jedoch feststellt, dass die lokale Verwaltung möglicherweise korrupt ist, beschließt er, zu Fuß durch Serbien zu reisen und seinen Fall direkt zum nationalen Ministerium in Belgrad zu bringen. Trotz aller Widrigkeiten und getrieben von Liebe und Verzweiflung weigert sich dieser Vater, die Gerechtigkeit und sein Recht, seine Kinder zu erziehen, aufzugeben.

Mi. 10.08.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

 

Filmreihe: NACHT FÜR NACHT STEH ICH AUF
Einführung Pfarrer Norbert Stapfer 

PERSISCHSTUNDEN

IDie Story im Grunde ist simpel, der Stoff explosiv, von seiner Wirkung ein Schelmenstück, die Hintergrundkulisse jedoch nicht frei von Beklemmung. Als der junge Belgier Gilles 1942 zusammen mit anderen Juden von der SS verhaftet und in ein Übergangslager gebracht wird, bietet sich ihm durch ein kurz zuvor in seinen Besitz gelangtes persisches Buch eine ungeahnte Chance. Hauptsturmführer Klaus Koch (Lars Eidinger), zuständig für die Lagerküche, sucht jemanden, der ihm Farsi beibringen kann. Gilles ist da quasi der Sechser im Lotto, sich in einer Notlüge als Perser auszugeben, Reza zu nennen und der Sprachlehrer zu werden, eine Win-Win-Situation für beide. Dass der junge Häftling zudem in der Schreibstube für die Erfassung der Namen aller neu eintreffenden Gefangenen zuständig ist, hilft ihm bei seinem durchaus irrsinnigen Auftrag. Denn bis Kriegsende, so stellt es sich der SS-Mann Klaus Koch vor, soll sein Wortschatz 2000 Wörter und Begriffe umfassen. Wort für Wort muss Gilles eine Sprache erfinden, die er nicht beherrscht.

Mi. 07.09.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

SCHACHNOVELLE

Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Josef Bartok (Oliver Masucci) mit seiner Frau Anna (Birgit Minichmayr) in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät.

Verfilmung des Stefan Zweig- Klassikers mit Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr uva.

Do. 15.09.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

Filmreihe: EMPFEHLUNG DER EVANGELISCHEN FILMARBEIT

Einführung Pfarrer Norbert Stapfer 

ICH BIN DEIN MENSCH

Obwohl Alma (Maren Eggert) wenig davon hält, erklärt sie sich bereit, für die Ethikkommission einen Bericht zur Frage abzugeben, ob man humanoide und kaum vom Menschen zu unterscheidende Roboter in Deutschland zulassen soll, und am dafür nötigen Experiment teilzunehmen. Denn für ihre Forschung am renommierten Berliner Pergamonmuseum kann sie die ihr im Gegenzug in Aussicht gestellte Förderung dringend brauchen. Obwohl Liebe das Letzte ist, was sie aktuell im Leben zwischen viel Arbeit, einer gescheiterten Beziehung und der Sorge um ihren dementen Vater braucht, nimmt sie so den Partnerschafts-Roboter Tom (Dan Stevens) bei sich auf. Eigentlich will Alma Tom nur in die Ecke stellen, um weiter ungestört ihrem Alltag nachgehen zu können. Doch das ist gar nicht so einfach, denn Tom ist darauf programmiert, der perfekte Partner für sie zu sein und sie dazu zu bringen, sich in ihn zu verlieben...

Mi. 05.10.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

NOWHERE SPECIAL

Uberto Pasolini erzählt in seinem Film „Nowhere Special“ von einem alleinerziehenden Vater, der nur noch wenige Monate zu leben und damit begonnen hat, für seinen dreijährigen Sohn die perfekte Familie zu finden, wenn er nicht mehr da ist.

Dies ist ein authentisch anmutender, über echtes Gefühl verfügender Film, den man so schnell nicht vergisst.

Mi. 19.10.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

Filmreihe: GEFANGEN IM SYSTEM
Einführung Pfarrer Norbert Stapfer 

DER VERLORENE SOHN

Ein junger Mensch wird in einem Umerziehungscamp von sadistischen Aufsehern einer brutalen Gehirnwäsche unterzogen, um seinen Willen zu brechen. Nordkorea? Eine Diktatur? Eine Sekte? Nein, die USA im 21. Jahrhundert! Basierend auf dem autobiografischen Roman von Garrard Conley, schildert das höchst bewegende Drama die Leidensgeschichte des 19-jährigen Jared, der von seinem streng religiösen Vater gezwungen wird, an einer Konversionstherapie teilzunehmen, um von seiner Homosexualität „geheilt“ zu werden. Nach vielen Demütigungen beginnt der Teenager zu rebellieren und für ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu kämpfen.

Zum Glück ganz ohne sentimentale Rechthaber-Attitüde gelingt ein packendes Plädoyer gegen religiösen Fanatismus und Intoleranz. An der Seite von Nicole Kidman und Russell Crowe liefert Lucas Hedges als sensibler Held eine grandiose Vorstellung, deren Wahrhaftigkeit unter die Haut geht. 

Mi. 02.11.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

NAHSCHUSS

Mit Nahschuss gelingt Filmemacherin und Fotokünstlerin Franziska Stünkel ein eindringlicher Film über die Todesstrafe in der DDR. Angelehnt an das Leben des Dr. Werner Teske, der 1981 als letzter Mensch in der DDR zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, erzählt sie in herausragenden Bildern die bestürzende Geschichte eines Mannes, der in die Mühlen eines Unrechtssystems gerät und daran zerbricht. Zu großen Teilen an Originalschauplätzen gedreht, inszeniert Stünkel mutig und radikal: Durch große Ruhe erzeugt sie eine Intensität und emotionale Dichte, die einem den Atem raubt. Dabei steht der Tiefe und Komplexität in dem starken Spiel von Lars Eidinger (Alle Anderen, Persischstunden) die nuancierte und überzeugende Darstellung von Luise Heyer (Das schönste Paar) und Devid Striesow (Ich bin dann mal weg, Yella) in nichts nach. Dem Film gelingt es, Licht in ein wichtiges Stück deutscher Geschichte zu bringen, das national wie international kaum bekannt ist.

Di. 15.11.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

COLONIA DIGNIDAD - ES GIBT KEIN ZURÜCK

Chile, 11. September 1973. Hunderttausende protestieren auf den Straßen Santiagos gegen General Pinochet, der sich gegen den Präsidenten Salvador Allende an die Macht putscht. Unter den Demonstranten sind auch Lena, die als Stewardess am Tag zuvor in Chile gelandet ist, und ihr Freund Daniel, der als Fotograf in Santiago lebt. Unzählige werden in den Wirren des Aufruhrs vom Geheimdienst verhaftet, so auch Daniel und Lena. Daniel wird noch in der Nacht an einen unbekannten Ort verschleppt.

Oscar®-Gewinner Florian Gallenberger (JOHN RABE) verbindet in COLONIA DIGNIDAD – ES GIBT KEIN ZURÜCK einen atemberaubenden Thriller mit einem bewegenden Drama vor dem Hintergrund wahrer Ereignisse.

Di. 29.11.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie

Filmreihe: ALLE JAHRE WIEDER
Einführung Pfarrer Norbert Stapfer 

STILLE NACHT

1817 kommt der Priester Joseph Mohr (Carsten Clemens) nach Oberndorf bei Salzburg, wo er Armut und Hoffnungslosigkeit vorfindet. Mittels Predigten und Liedern in deutscher statt lateinischer Sprache, möchte er die Kirche allen Menschen zugänglich machen. Doch derlei progressive Ideen sind seinem Vorgesetzten, Pfarrer Nöstler (Clemens Aap Lindenberg), ein Dorn im Auge. Bald steht Mohr vor der Entscheidung, entweder seine Bemühungen aufzugeben und Oberndorf für immer zu verlassen, oder zusammen mit seinem Freund Franz Gruber (Markus von Lingen) den Menschen die wahre Bedeutung der Heiligen Nacht näher zu bringen. Und so verwandelt sich an Heilig Abend 1818 ein von ihm geschriebenes Gedicht in das bekannteste Weihnachtslied aller Zeiten ...STILLE NACHT erzählt die wahre Geschichte des Priesters Joseph Mohr, der sich gegen den Willen der Obrigkeit auf die Seite der Armen und Schwachen schlug und so, ohne es zu ahnen, einen Weihnachtsliedklassiker für die Ewigkeit schaffen sollte.

An Originalschauplätzen in Österreich gedreht, besticht der Film durch seine gründlich recherchierte Geschichte und die atmosphärische Umsetzung. Ein Weihnachtsfilm für die ganze Familie: besinnlich, klug und einfühlsam!

Mi. 28.12.2022 um 19.30 Uhr in der Filmgalerie