Made in Austria
Der österreichische Film wird in der Regel auf zwei Arten wahrgenommen: Die Welt-öffentlichkeit schätzt die Arthouse Filme von Michael Haneke, Ulrich Seidl und Co. die regelmäßig Preise bei großen Festivals einheimsen. Des Weiteren verfügt das kleine Land, wie wohl kein zweites, über Schauspieler/innen, die aus der internationalen Filmszene nicht mehr wegzudenken sind. Das beste Beispiel ist augenblicklich CHRISTOPH WALTZ, der auch schon zu OSCAR und GOLDEN GLOBE-Ehren kam.
Aber vergessen wir nicht JOSEF HADER, TOBIAS MORETTI, GEORG FRIEDRICH, KARL MARCOVICS, ROMY SCHNEIDER, ALBERT FORTELL, CHRISTIANE HÖRBIGER, NADJA TILLER, RUDOLF PRACK und last but not least, den große OSKAR WERNER, um nur einige zu nennen. Im Laufe des nächsten halben Jahres werfen wir jeden letzten Donnerstag im Monat einen Blick über die Grenze und zeigen ausgewählte Filme aus Österreich, von Österreichern oder mit Österreicher.
Als zweiten Film in dieser Reihe zeigen wir ab Donnerstag, den 23. Februar:
DER DRITTE MANN ist preisgekrönter Kultfilm und Wien-Film zugleich.
Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung hat er nichts von seiner Faszination und Aktualität eingebüßt. Er zählt zu den Meilensteinen des europäischen Nachkriegskinos und den besten Filmen der Weit. Gleichzeitig ist er ein einzigartiges historisches Dokument zur Geschichte Wiens, eine höchst authentische Momentaufnahme der Stadt als Mikrokosmos der großen Weltpolitik zur Zeit des Kalten Kriegs.
Nie hat ein Regisseur die Stadt Wien in eindrucksvolleren Bildern auf die Kinoleinwand gezaubert, nie Wien ein besseres Denkmal gesetzt.
DER DRITTE MANN ist Wien!
Ein Grund für Wiener und Wienbesuchern aus aller Welt, die Stadt auf den Spuren des Films zu erforschen
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei Menschen: der gewissenlose und vor keiner Gewalttat zurückschreckende Penizillinschieber und Kriegsgewinnler Harry Lime (Orson Welles), der sich trotz seines lausbübischen Charmes mit den menschenverachtenden Methoden "der Herrn, die die Welt regieren" identifiziert; der zwar naive, letztlich aber ‚gute' Freund Holly Martins (Joseph Cotten), ein Schriftsteller billiger Abenteurer- und Wildwestromane und Glücksritter, der nach Wien gekommen ist, "weil hier etwas zu machen ist", und das tschechische Flüchtlingsmädchen Anna Schmidt (Alida Valli) als die treue Geliebte des einen und die Angebetete des anderen, ein Opfer nicht nur einer gnadenlosen russischen Repatriierungspolitik, sondern auch von Harrys kriminellem Opportunismus.
Kaum in Wien angekommen erfährt Holly Martins vom plötzlichen Tod seines Freundes und dessen Verstrickungen in üble Schwarzmarktgeschäfte. Das kann er nicht unerwidert hinnehmen. Er muss den Tod des Freundes aufzuklären und dessen Ehre wieder herzustellen. Dabei lernt er Harrys Geliebte Anna Schmidt, den Hochstapler Baron Kurtz (Ernst Deutsch), Harrys angeblich besten Freund, den zwielichtigen Rumänen Popescu (Siegfried Breuer) und Harrys undurchsichtigen Arzt Dr. Winkel (Erich Ponto) kennen, die alle auf irgend eine Weise etwas mit dem immer mysteriöser erscheinenden Unfall zu tun zu haben scheinen. Auch Harrys Hausbesorger (Paul Hörbiger) hätte noch einen ‚dritten' Mann am Unfallort gesehen, nicht aber dessen Gesicht ausmachen können. Sollte er Harrys Mörder gewesen sein? Der vermeintlich Tote ist inzwischen untergetaucht. Unter dem Schutz der russischen Besatzungsmacht, an die er seine Geliebte verrät, und außerhalb der Reichweite der britischen Polizei geht er weiter seinen tödlichen Schiebergeschäften nach. Durch die unterirdischen Labyrinthe der Wiener Kanäle bewegt er sich ungehindert in der Stadt. Erst der Lichtschein eines nächtlichen Fensters verrät ihn, und Major Calloway (Trevor Howard) muss erkennen, dass er den falschen Mann begraben hat. Eine Konfrontation mit dem Freund in der luftigen Höhe des Riesenrades stellt Holly Martins vor einen schweren menschlichen Konflikt, aus dem er aber unter Opferung seines persönlichen Glücks den richtigen Weg wählt.
Die Kanäle Wiens werden Harrys Schicksal



